Titelbild breitband 2018

4. Wochenimpuls Freitag, 13.11.2020 Worte, die gut tun … - Barmherzigkeit – alles andere als ein veralteter Begriff!!!

Bibeltext:

„Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ (Matthäus 5,7)

Auslegung:

Hallo zusammen,

„Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ – Barmherzigkeit, was ist das? Ein altes Wort. Na und? Wen interessiert’s! – Doch selbst, wenn ich mich nur bei wikipedia schlau machen würde, finde ich unglaublich viel zu diesem Begriff. Der Eintrag beginnt: „Die Barmherzigkeit (Lehnübersetzung von lateinisch misericordia) ist eine Eigenschaft des menschlichen Charakters. Eine barmherzige Person öffnet ihr Herz fremder Not und nimmt sich ihrer mildtätig an.“

Barmherzigkeit ist zudem eine der Haupttugenden aller fünf großen Weltreligionen und gilt damit für Gläubige als wichtigste Pflicht. Zudem wird die Barmherzigkeit Gottes als hervorragende Eigenschaft Gottes im Judentum, Christentum und Islam betont.

Was aber ist Barmherzigkeit? – Nicht Mitleid, sondern gelebte Nächstenliebe oder Humanität, die durch eine barmherzige Handlung einen Menschen zu seinem Nächsten macht. Motor dazu ist eine existentielle innere Betroffenheit, das Herz reagiert und motiviert zum Handeln. Und der Motor wiederum wird angetrieben durch die Barmherzigkeit Gottes, die der Mensch durch die Gottesliebe erhalten hat und immer wieder erhält – so das christliche Verständnis.

Und das trägt Früchte! Die von Gott erfahrene Barmherzigkeit motivierte zum Handeln Einzelner wie Gruppen. Die zwei größten Organisationen in Deutschland sind Caritas (katholisch) und Diakonie (evangelisch). An das Wirken einer einzelnen Person wird jedes Jahr in diesen Tagen erinnert: Martin von Tours, uns bekannt als St. Martin oder heiliger Martin. Martin wird um 316 n.Chr. im heutigen Ungarn geboren und wird wie sein Vater ein römischer Armeeoffizier– so die Überlieferung. Schon in der Armee wirkt Martin mildtätig und lindert Not um sich herum. Bekannter ist uns die Geschichte der Mantelteilung. Weniger bekannt hingegen die Geschichte von Martins Traum. Jesus selbst erscheint Martin im Traum und dankt ihm für seine Barmherzigkeit. Was Martin dem armen Bettler an Gutem getan hat, das hat er Jesus selbst getan – so kann dieser Traum gedeutet werden. Im Matthäusevangelium 25,40 sagt Jesus: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Später verlässt Martin die Armee, er wird zunächst Mönch, dann Bischof. Er bleibt sein Leben lang barmherzig, lässt sein Herz sprechen und handelt mildtätig. Am 8.11.397 stirbt er, wird am 11.11. beigesetzt und bald darauf heilig gesprochen. Seine Wirkungsgeschichte ist bis heute groß. Der Martinstag ist in Mitteleuropa von vielen Bräuchen geprägt, wie dem Martinsumzug, dem Martinssingen, der Martinsbrezel oder dem Martinsganzessen. Mit allen Bräuchen wird Martins Barmherzigkeit aufgezeigt und er selbst zum Vorbild: In der dunklen und kalten Jahreszeit darf es Menschen warm ums Herz werden.

Ich wünsche, dass wir alle zumindest ein kleiner Martin sind und unser Herz für die Not anderer Menschen sich erwärmt.

Gebet:

Barmherziger Gott,

ich wünsche mir ein einfühlsames Herz, das schmerzt, wenn jemand leiden muss, und weint, wenn jemand sich in Not befindet.

ich wünsche mir ein gütiges Herz, das sich freut, wenn es dem anderen gut geht, und zufrieden ist, wenn auf Erden Frieden kommt. Amen.

Mach mit!

Bastle für dich oder mit deiner Familie Martinsschmuck bzw. Martinsbeleuchtung für ein Fenster deines Zimmers, bestehend aus Lichterketten und transparentem Papier. Jeden Abend im November darf es leuchten und ein klein wenig Wärme und Licht in der kalten und dunklen Jahreszeit dir, deiner Familie und allen vorübergehenden Menschen schenken.

Schönes Wochenende und herzliche Grüße

Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

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