Titelbild breitband 2018

Schüler übten sich in „Krisen-Bewältigung“

Geschichts-AG des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums geht mit einem Dutzend Beiträgen in den Landeswettbewerb – Lebendige Präsentation

Von Frank Heuß

Wenn Geschichte greifbar wird: Alle zwei Jahre wird der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ausgeschrieben, den die Hamburger Körber-Stiftung trägt und an dem die Geschichts-AG des Nicolaus-Kistner-Gymnasium (NKG) fast schon traditionell teilnimmt. Die Arbeitsgemeinschaft, in der mit aktuell 24 Mitgliedern so viele Schüler(innen) wie noch nie aktiv sind, präsentierte nun die Ausarbeitungen für den Wettbewerb, der zunächst auf Landesebene startet. Unter dem Rahmenthema „So geht’s nicht weiter! – Krise, Umbruch, Aufbruch“ gehen vom NKG gleich zwölf heimatgeschichtliche Beiträge ins Rennen.

„Viele haben die letzten Wochen neben der Schule kaum noch etwas anderes gemacht“, beschrieb die Tutorin, Studienrätin Christine Eggers, den Aufwand hinter den Arbeiten. Ihr Dank galt nicht zuletzt den Förderern, von denen ebenfalls deutlich mehr als in den Vorjahren zum Präsentationsabend gekommen waren.

Dem Alter nach – beginnend mit den Jüngsten aus der sechsten Klasse bis hinauf zu Zehntklässlern – stellten die in Gruppen von bis zu drei Personen agierenden Verfasser ihre Werke vor. Den Anfang machten Sarah und Hannah Hörst mit ihrer Arbeit über die Schefflenzer Literatin Augusta Bender. Es folgten Mia Schattauer, Hanna Horvath und Chiara Kraus mit dem Thema „Ansturm aus dem Osten – eine Krise für alle?“

Eine Auseinandersetzung über einen Treffpunkt für Jugendliche haben Verena Crnjak, Nele Wiersing und Eva Spitzer thematisiert: „Vier Jahre verhandeln, wir haben es satt – wie eine Gruppe von Jugendlichen den Mosbacher Stadtrat durch ihren Protest in eine Krise stürzte“, ist ihre Arbeit überschrieben. Jona Schnirch und Felix Bönig haben den Bau der Neckarbrücke in Neckargerach dokumentiert. Anna Sophie Lange und Marius Wolpert griffen mit dem „Hammerlager“, auf dem heute das NKG steht, ein schon fast klassisches Thema der frühen Nachkriegsgeschichte Mosbachs auf.

Thorben Helm, Silas Kolbe und Samuel Stark erprobten neue Darstellungsformen, indem sie eine Zeitung namens „Neckargeracher Bote“ nachempfanden, welche die Bombardierung von Neckargerach 1945 behandelt. Dem verschwundenen Dorf Rineck spürten Felix Freudenberger und Kai Bönig nach – der Historiker Manfred Biedert unterstützte sie dabei mit der Übersetzung alter Quellen, in der Sütterlin-Schrift. Überaus kreativ nahm sich Amina Abdelkader mit einem Comic unter dem Titel „Von Feinden zu Freunden“ dem Einmarsch der Alliierten in Mosbach an. Lukas Meixner hat in mühevoller Schneidearbeit einen „Podcast“ (eine Art digitale Tonaufnahme) über die Entstehung der Mosbacher Fußgängerzone erstellt. Mit dem sensiblen Thema der Zwangseingemeindung von Neckarelz in die Stadt Mosbach befasste sich Laura Scheck, während Hannah Fichtner und Sophia Biz ein Modul für eine „App“ gestaltet haben, das sich um lokale Eisenbahngeschichte dreht. Schon an anderer Stelle einen öffentlichen Vortrag zu ihrer Arbeit gehalten haben Samira Schumacher und Patricia Samol (wir berichteten), die sich mit dem „UNRRA International Children Center Aglasterhausen“ beschäftigten – ein Kinderheim, das die Amerikaner nach dem zweiten Weltkrieg am heutigen Schwarzacher Hof der Johannes-Diakonie betrieben.

Der große Dank der jungen Geschichtsforscher galt Tutorin Christine Eggers, ebenso den beiden Assistenten in der Leitung der AG – der ehemaligen Landespreisträgerin Theresa Baur sowie Student Johannes Wegenkittl. Den Dankesworten schlossen sich auch NKG-Schulleiter Jochen Herkert und dessen Stellvertreterin Marion Stoffel an, ehe zu einem kleinen Imbiss eingeladen wurde. Die vorgestellten Arbeiten konnten dann eingehend an den von den Autoren selbst gestalteten Stellwänden in Augenschein genommen werden. Erste Ergebnisse des Wettbewerbs werden Anfang Juni erwartet.

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