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Alte Fotoaufnahmen erzählen die Stadtgeschichte

Gemeinsame Aktion "Schau mal an" im Rathaus eröffnet - 14 Informationsstelen in der Altstadt erzählen über die Stadt

Mosbacher Geschichten
Als Gemeinschaftsprojekt von Stadtmarketing, Stadtarchiv, Stadtmuseum und Geschichts-AG des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums entstand die Freiluft-Fotoausstellung "Schau mal an - Mosbacher Geschichten" in der Mosbacher Altstadt. Foto: Frank Heuß

Von Frank Heuß

Mosbach. Über 1000 Milliarden Fotos werden heute in Zeiten von Smartphones weltweit jedes Jahr aufgenommen - die Tendenz ist steil ansteigend. Früher waren es weitaus weniger, und die Farbe fehlte noch, aber schon etwa ab Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden die ersten Familien-Fotoalben, die ebenfalls Ortsgeschehen dokumentierten. Alte Aufnahmen mit Motiven aus der Stadt Mosbach zu zeigen und verständlich werden zu lassen, hat sich die Aktion "Schau mal an" zur Aufgabe gemacht, die am Mittwochabend im Unteren Rathaussaal präsentiert wurde.

Zu sehen sind derzeit - verteilt über die Mosbacher Altstadt - insgesamt 14 Informationsstelen, die alte Lichtbilder vom jeweiligen Standort mit kurzem Kommentar von Zeitzeugen zeigen, während umseitig ein Farbfoto aus der heutigen Zeit abgebildet ist. Die Geschichts-AG des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums (NKG) veröffentlichte unter gleichem Namen mit dem Untertitel "Mosbacher Geschichte(n)" eine 80-seitige Begleitbroschüre im DIN-A5-Format, die noch mehrere dieser Aufnahmen in schwarz-weiß umfasst und deren zeitgeschichtlichen Hintergrund beschreibt.

Oberbürgermeister Michael Jann freute sich, dass es sich um ein gemeinschaftlich auf die Beine gestelltes Projekt handelt. Das Mosbacher Stadtmarketing um City-Managerin Andrea Zorn, das von Stefan Müller geleitete Stadtmuseum, das von Martina Rantasa geführte Stadtarchiv sowie nicht zuletzt die NKG-Geschichts-AG unter der Leitung von Studienrätin Christine Eggers wirkten zusammen. "Es ermöglicht eine Reise in die eigene Kindheit - oder eben in die von Oma und Opa", beschrieb Jann den bereichernden Wert für die Besucher der historischen Altstadt. Allen Beteiligten galt dafür seine Anerkennung.

In die Inhalte der "Freiluft-Fotoausstellung" führte Stefan Müller ein. Er hob die Bedeutung des Kommentierens von Fotografien hervor: "Eine zeitaufwendige, aber lohnende Aufgabe", befand er, um die eingefangenen Geschehnisse aus heutiger Sicht verständlich zu machen. Dass Bilder sprichwörtlich mehr als tausend Worte sagen, erkläre eben noch nicht, welche Bedeutung etwa die 1990 geschlossene "Milchbar" einmal für die Menschen in Mosbach hatte oder warum im Kandelschussbrunnen einst Wäsche gewaschen wurde.

Christine Eggers berichtete gemeinsam mit ihren im Publikum verteilt sitzenden Schülern, die sich wechselweise erhoben, wie ihre Arbeit verlaufen ist. Insgesamt interviewten sie während des Schuljahres 25 Zeitzeugen, sichteten Fotos im Stadtarchiv sowie zur Verfügung gestelltes Material von Privatpersonen und alte Zeitungen, die sie in der Bibliothek des Stadtmuseums fanden. "Mosbach ist nicht nur eine kleine Stadt irgendwo im Odenwald", unterstrich eine Schülerin als Lernergebnis, dass die jungen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft nun "mit anderen Augen durch die Altstadt gehen". Christine Eggers erhielt nach ihren Worten geradezu eine jubelnde Würdigung aus dem Saal.

Und auch Jochen Herkert, Schulleiter des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums, wollte da nicht nachstehen: Als "ein Juwel für das Fach Geschichte am NKG und weit darüber hinaus" bezeichnete er die AG-Leiterin Eggers. "Ich bin stolz, euer Schulleiter zu sein und auf das, was ihr für Mosbach getan habt", rief er den Schülern zu, bezog in seinen Dank aber alle Beteiligten mit ein.

An der Begleitbroschüre mitgewirkt haben 13 Mitglieder der Geschichts-AG: Zoe Brecht, Tim-Jannik Eck, Felix Freudenberger, Hannah Glaser, Hannah Hess, Sarah Hörst, Celina Jung, Jakob Klaffke, Silas Kolbe, Patricia Samol, Samira Schumacher, Sina Ulbricht und Anika Zaich. Musikalisch umrahmt wurde der Auftakt der Aktion von Schüler Dominik Bauhardt am Akkordeon sowie gesanglich von der "Petit Groupe Vocal" des NKG-Oberstufenchors unter der Leitung von Sigrun Friedrich.

Auszug aus dem Mosbacher Stadtanzeiger KW 24

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 Erschienen in der Mosbacher-Zeitung.de am 23.06.2018

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